Cargill Historie

Cargill blickt auf eine lange, reiche Tradition zurück. Alles begann im Jahr 1865 mit W. W. Cargills erstem Getreidelager an der Grenze zum amerikanischen Wilden Westen. Die Firma entwickelte sich zu einem der grössten in Privatbesitz befindlichen Unternehmen, welches weltweit Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Risikomanagement-, Finanz- sowie Industrie-Produkte und -Dienstleistungen anbietet. .

1865–1899
Ein Unternehmen entsteht

Beginnend mit einem Getreidespeicher in Conover (Iowa), folgte Will Cargill zum Ende des amerikanischen Bürgerkriegs 1865 der Ausbreitung des Eisenbahnnetzes über die gesamte neu besiedelte Prärie, um Getreide aufzukaufen und zu verarbeiten. Sehr bald traten seine beiden Brüder Sam und James seinen Geschäften bei und errichteten den Hauptsitz des Unternehmens in La Crosse, Wisconsin.

Als sich Getreide und die Eisenbahn nach Westen ausdehnten, folgte Cargill ihnen mit neuen Getreidesilos und grossen Getreideterminals im Staat Minnesota in den Städten Minneapolis, Buffalo sowie Duluth. Zusätzlich zu der wachsenden Zahl von Getreidesilos engagierten sich die Cargills auch im Versicherungs- und Mühlengeschäft, in Kohle, in der Landwirtschaft, in Immobilien, Holz und sogar einer Eisenbahn. Der geschäftlichen Erfolg hing von einer zuverlässigen Finanzierung, der Innovation bei Transport und Lagerung von Getreide, sowie einem soliden geschäftlichen Ruf ab.

1900 – 1924
Krisenjahre

Im Jahr 1910 sah sich Cargill mit der vielleicht grössten Herausforderung seines Bestehens konfrontiert. Der etablierte Getreidehändler, der in den neuen Staaten des nördlichen Mittleren Westens Amerikas gewachsen war, hatte zu viele Schulden angehäuft. Im Jahr 1909 starb Cargills Gründer William Wallace Cargill und hinterliess ein kleines Geschäftsimperium, das überschuldet und zu schnell gewachsen war. Es war für seinen Schwiegersohn John MacMillan offensichtlich, dass die Firma umstrukturiert werden musste, um die Bedürfnisse der Banker und Kunden zu befriedigen. Die Frage war, ob MacMillan schnell und strategisch genug handeln konnte, um das Herzstück des Geschäfts, Silos und Getreidehandel, zu retten.

John MacMillan, Cargills neuer Chef, handelte schnell. Er verhandelte mit den Banken und überzeugte sie, die Kredite zu verlängern und der Firma Zeit für die Rückzahlung der Schulden einzuräumen. Er löste viele der Geschäftsaktivitäten ausserhalb des profitablen Getreidehandels auf, verlegte den Firmensitz nach Minneapolis und erstellte ein Plan, der die Schuldenbelastung mit der Zeit abbauen würde. MacMillan führte auch verbesserte Buchhaltungsverfahren ein, um dem Management ein besseres finanzielles Bild der Firma zu geben. Nach sechs Jahren waren die Schulden abbezahlt und Cargill war zum Wachstum bereit.

1925 – 1949
Internationale Expansion

Noch hauptsächlich ein regionaler Getreidehändler, wuchs Cargill in den 1930er und 1940er Jahren stetig und öffnete Büros in Kanada, den Niederlanden und Argentinien. Die Firma überstand die Finanzkrise der 1930er Jahre wie auch eine grössere juristische Schlacht mit der Handelskammer in Chicago. Sie führte Innovationen in die Industrie ein, einschliesslich eines Fernschreibsystems, einer neuen Art eines Getreideterminals (der erste wurde in Omaha, Nebraska, errichtet) und der Einrichtung eines Getreidelaboratoriums. Viele dieser Innovationen gingen auf Cargills neuen Chef, John MacMillan Jr., zurück. Bis zu den 1940ern hatte sich Cargill in Futtermittel, Sojabohnen-Verarbeitung, Saaten und Pflanzenöl diversifiziert.

1950 – 1974
Ein Jahrhundert der Innovation und Expansion

In den 1950er Jahren entwickelte sich Cargill zu einem der grössten internationalen Händler und Verarbeiter von landwirtschaftlichen und anderen Waren. Auf dieser Stärke basierend, begann Cargill globale Initiativen mit Getreide- und Ölsaaten-Exporten und der Entwicklung eines Transport- und Getreidesilo-Systems, das es der Firma erlaubte, auf die weltweite Nachfrage nach landwirtschaftlichen Basisprodukten zu reagieren.

Im Jahr 1964 gab Cargill seinen ersten formalen Jahresbericht an Aktionäre heraus. Er enthielt Berichte über Verkäufe in Höhe von fast zwei Milliarden Dollar, mehr als 5.000 Mitarbeiter, die Erweiterung eines Sojabohnenbetriebs in Spanien, zwei Futtermühlen und eine Saatenanlage in Argentinien sowie den Kauf der Hen Voeders Company, um Cargills Futtermittelaktivitäten über ganz Europa zu erweitern. Getreidehandel, Sojabohnenverarbeitung, Getreide- und Maismühlen, Produktion von Saaten und Tierfutter sowie Salzverarbeitung befeuerten das Wachstum im Inland und spielten über Nordamerika hinaus weiterhin eine aktive Rolle. Symbolischerweise fielen das hundertjährige Jubiläum von Cargill sowie das zehnjährige Jubiläum von Tradax, seines in Genf ansässigen Ablegers, in das folgende Jahr.

1975 – 1999
Ausserordentliches Wachstum

Unter der Führung von Whitney MacMillan diversifizierte Cargill mit neuen Aktivitäten auf den Gebieten Rindfleisch-, Schweinefleisch- und Geflügelverarbeitung, Stahlproduktion, Zitrusverarbeitung, Petroleumhandel, internationale Metalle, Beschaffung und Handel mit Fasern und tropischen Gütern sowie Produktion von Düngemitteln. Einige dieser Aktivitäten erwiesen sich als sehr positiv für Cargills Wachstum, andere hingegen entwickelten sich nicht wie erwartet und wurden verkauft. Aber Cargills Erfahrung mit der Diversifizierung lieferte aufsehenerregende Ergebnisse. Zu seinem 125-jährigen Jubiläum im Jahr 1990 waren Cargill, seine Tochtergesellschaften und Beteiligungen in 57 Ländern mit beinahe 55.000 Mitarbeitern vertreten – mehr als zehnmal so viele als vor 25 Jahren.

2000–Heute
Vom Rohstoff bis zum Kunden

Zum Ende des Zwanzigsten Jahrhunderts bewirkten Veränderungen in der Nahrungsmittelindustrie, einschliesslich Konsolidierung und schrumpfender Margen, dass Cargill nicht prosperieren könnte, wenn es sein Hauptaugenmerk weiterhin auf dem Handel mit Waren beliesse. Cargill begann, engere Beziehungen zu seinen Kunden zu pflegen, um Ihnen Lösungen für deren dringende geschäftliche Bedürfnisse anzubieten. Cargill erkannte, dass sein Erfolg untrennbar mit dem Erfolg seiner Kunden verknüpft war.

Cargills Ziel, weltweit das führende Nahrungsmittel- und Landwirtschaftsunternehmen zu werden, bewirkte innerhalb der Firma ein erneutes Streben nach Innovation und Technologie: Cargill bewegte sich in der Wertschöpfungskette sogar weiter nach oben. Die Firma entwickelte sich vom Handel mit Sojabohnen hin zu deren Verarbeitung zu Mehl und Öl und zur Produktion hochwertigen natürlichen Vitamins E aus einem Sojabohnen-Nebenprodukt. Und sie bewegte sich vom Maishandel hin zur Verarbeitung von Mais zu Ethanol und Fruktose, hin zur Schaffung einer ganz neuen Familie nachwachsender Produkte aus Mais – von Plastik bis zu Gewebe.

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